hdp: Minderjährige dürfen selbst über Schwangerschaftsabbruch entscheiden

Laut einer Gerichtsentscheidung dürfen Jugendliche auch entgegen dem Willen der Erziehungsberechtigten über Weiterführung oder Abbruch einer Schwangerschaft entscheiden. Voraussetzung: Sie müssen einwilligungsfähig sein und die Tragweite des Eingriffs erfassen können.

Wie das Oberlandesgericht Hamm bereits Ende November urteilte, dürfen noch nicht volljährige Jugendliche selbst entscheiden, ob sie eine Schwangerschaft austragen wollen, auch dann, wenn die Eltern anderer Meinung sind, das berichtete das Deutsche Ärzteblatt in einer Januarausgabe. Voraussetzung ist, dass die noch nicht volljährige Person einwilligungsfähig und die Tragweite des Eingriffs „nach ihrer geistigen und sittlichen Reife (…) erfassen“ könne. Ob dies vorliege, müsse der behandelnde Arzt feststellen.

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FAZ: Frauen finden ihre Entscheidungen richtig

Interview

Ein Forschungsteam aus Kalifornien hat fünf Jahre lang 667 Frauen zu ihren Gefühlen nach einer Abtreibung befragt. Die leitende Wissenschaftlerin erklärt, wie Stigmata die Gefühle beeinflussen und was die Politik ändern sollte.

Frau Rocca, Sie haben vor kurzem eine Studie über die emotionale Verarbeitung von Schwangerschaftsabbrüchen in dem Fachmagazin „Social Science & Medicine“ veröffentlicht. 667 Frauen wurden über fünf Jahre zu ihren Gefühlen gegenüber der Abtreibung befragt. Wie erging es den Befragten?

Unsere Studie hat gezeigt, dass die Frauen kurz nach dem Abbruch unterschiedliche Gefühle – sowohl positive als auch negative – empfinden. Unabhängig der Art der Gefühle, ist die Intensität dieser Emotionen nach einer gewissen Zeit verschwunden. Nach fünf Jahren haben 85 Prozent der Befragten keine, nur noch sehr wenige oder ausschließlich positive Gefühle gegenüber ihrem Schwangerschaftsabbruch empfunden. Darüberhinaus war sich die überragende Mehrheit von 95 Prozent der Befragten nach fünf Jahren sicher, dass die Abtreibung die richtige Entscheidung war. Das trifft auch auf die Frauen zu, die zuvor berichtet hatten, mit der Entscheidung zum Abbruch gehadert zu haben sowie jene, die in ihrem Umfeld eine hochgradige Stigmatisierung aufgrund der Abtreibung erfahren haben.

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taz: Abtreibungen schwieriger

Die Umsetzung der Frauenrechtskonvention CEDAW lässt zu Wünschen übrig. Mehr als 60 zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren das.

von Franziska Schindler

Mehr als 60 zivilgesellschaftliche Organisationen wenden sich an die Vereinten Nationen, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich die Versorgungslage für Frauen in Deutschland im Hinblick auf Schwangerschaftsabbrüche verschlechtert hat. Sie alle unterstützen einen kürzlich erschienenen Bericht der German Alliance for Choice zur Umsetzung der Frauenrechtskonvention CEDAW. Die Verschlechterung der Versorgungslage führe zu einer „anhaltenden Verletzung der international verbrieften Rechte aller Frauen* in Deutschland“, so die German Alliance for Choice.

Das „Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ wurde 1979 von der UNO verabschiedet und 1985 von der Bundesrepublik ratifiziert. Die Vertragsstaaten verpflichten sich zur rechtlichen und faktischen Gleichstellung von Frauen. Über die Umsetzung wacht ein UN-Fachausschuss, der neben staatlichen auch zivilgesellschaftliche Berichte prüft. Einen solchen hat die German Alliance for Choice dem UN-Ausschuss nun vorgelegt. 2021 muss die Bundesregierung das nächste Mal auf Fragen des Ausschusses reagieren.

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Video 2: Wie funktioniert der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch? (englisch)

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Video: Wie funktioniert der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch? (englisch)

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Pro Choice Deutschland eV ist jetzt gemeinnützig!

Logo des Vereins Pro Choice Deutschland e.V:Im Dezember 2019 haben wir – der Soli-Kreis – nun auch einen Verein gegründet. Seine Gemeinnützigkeit wurde nunmehr anerkannt! Hiervon lassen wir uns leiten:

Sicherer und freier Zugang zu Institutionen, Einrichtungen und Praxen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, ist eine notwendige Bedingung für Gesundheit, Leben und Würde von Frauen* und dafür, dass Kinder, die geboren werden, gewollt und willkommen geheißen werden. Laut WHO ist Information eine notwendige Komponente jeder medizinischen Behandlung und sollte Frauen* immer zur Verfügung stehen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen.

Unterstützt uns! Spendet! Gerade die Gerichtsprozesse kosten viel Geld und die Gegenseite fährt massiv auf! Hier gehts zum einfachen spenden

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Breite zivilgesellschaftliche Unterstützung für Alternativbericht an UN-Fachausschuss zum Schwangerschaftsabbruch und reproduktiven Rechten von Frauen* in Deutschland

66 zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen den Alternativbericht, den die German Alliance for Choice (GAfC) am 02.02.2020 an den zuständigen Ausschuss für die Umsetzung der UN Frauenrechtskonvention (CEDAW) nach Genf gesendet hat. Mit der Anrufung des CEDAW-Ausschusses soll über das bestehende Kontroll- und Staatenberichtsverfahren internationaler Druck auf die Bundesregierung aufgebaut werden. Dazu liefert der GAfC- Bericht detaillierte Informationen zur aktuellen Situation in Deutschland.

Der Bericht beschreibt die weitreichenden Folgen für Frauen* durch die Verortung der gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch in den Paragraphen 218 und 219 des Strafgesetzbuches. Dies betrifft bereits die Möglichkeiten, sich zum Schwangerschaftsabbruch zu informieren, das Procedere vor einer Abtreibung und die Wahlfreiheit der Methoden.

Der Bericht verweist zudem auf eine zunehmende Verschärfung der ärztlichen Versorgungslage. Diese trifft Frauen* in ländlichen oder katholisch geprägten Regionen besonders hart. Die Qualität der gesundheitlichen Versorgung von Frauen* ist nicht gesichert. Evidenzbasierte Leitlinien und medizinische Qualitätsstandards zum Schwangerschaftsabbruch fehlen. Die Behandlung des Themas Schwangerschaftsabbruch in der Mediziner*innenausbildung ist nicht gewährleistet.

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