§ 218 – Frauen. Aus dem Tagebuch einer Ärztin. Von 1932

Die Ärztin und Schriftstellerin Else Kienle, 1970 in New York verstorben, hat 1932 ein Buch veröffentlicht, das nun durch das Museum für Verhütung in Wien, betrieben durch Dr. Christian Fiala, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird.

Hier der Link, der zu dem Dokument führt

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Kommentar von Alicia Baier: Die Entmündigung der Frau

Screenshot taz

In der taz vom 15. Juni

Die „Schutzpflicht des Staates“ ist ein zweifelhaftes Relikt. Noch heute dient die Kriminalisierung von Abtreibungen dem Erhalt patriarchaler Macht.

Vor einigen Wochen wurde bei „Anne Will“ über das Recht auf Schwangerschaftsabbruch diskutiert. Immer wieder kam der CDU-Politiker Philip Amthor bei vielfältigen Gegenargumenten seiner Mitdiskutantinnen auf dieselbe sinngemäße Aussage zurück: Ja, aber, das ungeborene Leben müsse doch geschützt werden! In der Tat sieht das auch unsere Bundesregierung so. Deutlich machte sie dies zuletzt im Mai 2019, als sie auf eine kleine Anfrage der AfD zum „Rechtsverständnis der Bundesregierung zum Schwangerschaftsabbruch“ antwortete. In dieser Antwort begründete die Bundesregierung das „grundsätzliche Verbot des Schwangerschaftsabbruches“ mit einer „staatlichen Schutzpflicht für das ungeborene Leben“. Weiterlesen

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Berliner Ärztinnen verurteilt – der 219a bleibt ein Unrechtsparagraf

Die Berliner Ärztinnen Verena Weyer und Bettina Gaber (Foto mit Erlaubnis von B. Gaber veröffentlicht)

Die Berliner Ärztinnen Bettina Gaber und Verena Weyer sind am 14. Juni zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt worden, weil sie  auf ihrer Website darüber informieren, dass Schwangerschaftsabbrüche Teil der in ihrer Praxis durchgeführten medizinischen Eingriffe sind und die dabei angewandte Methode benennen. Ein breites Bündnis hatte dazu aufgerufen, Solidarität zu zeigen und gegen den 219a zu protestieren.

Krstina Hänel schrieb an die beiden Ärztinnen: Liebe Bettina, liebe Verena! Im Namen der Solidaritätsgruppe zur Unterstützung der angezeigten, angeklagten und verurteilten Ärzt*innen sende ich Euch unsere herzlichsten Grüße nach Berlin. Wir sind entsetzt über Eure Verurteilung. Entsetzt, dass unsere schlimmsten Befürchtungen bzgl. des „Kompromisses“ sich bewahrheitet haben: Deutsche Gerichte legen den §219a im engsten Wortlaut aus und bestrafen uns für sachliche Informationen, die, wie wir alle wissen, Frauen dringend benötigen. Es ist unfassbar! Eure Verurteilung hat andererseits alle wach gerüttelt, die auf das Gerede der Groko hereingefallen sind, die Veränderungen würden der verbesserten Information der Frauen und der Rechtssicherheit der Ärzte dienen. Bettina, Du hast mit Deiner ruhigen Klarheit die wichtigsten Aussagen öffentlich gemacht und damit die Farce entlarvt. Verena, Du hast Dich entschieden, zu kämpfen, solidarisch zu sein, obwohl Du nicht betroffen bist. Wir danken Euch beiden für Euren Mut, Eure Standhaftigkeit und die Mühen, die Ihr auf Euch genommen habt und nehmt. Wir alle sind Teil eines Ganzen und gemeinsam werden wir die Rechte der Frauen erstreiten! Jetzt erholt Euch erst einmal, gönnt Euch was, Ihr habt es mehr als verdient. Kristina

Auf der Kundgebung vor dem Amtsgericht Berlin spachen:

  • Stephanie Schlitt, stellv. Vorsitzende des pro familia Bundesverbands, Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, N.N.
  • Dr. Tina Wilson, Ärztinnen pro choice
  • Karin Bergdoll, Mitglied des Arbeitskreis Frauengesundheit und Preisträgerin des Berliner Frauenpreises 2019
  • Amelie Kolandt, Medical Students for Choice
  • Gesine Agena, stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen
  • Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag

Grußwort der Initiative „Solidarität mit Kristina Hänel und allen anderen in Zusammenhang mit §219a angeklagten, angezeigten oder verurteilten Menschen“.

Liebe Bettina Gaber, liebe Verena Weyer,

heute steht Ihr beiden vor Gericht, weil auch Ihr ganz einfach auf Eurer Website bekannt gemacht habt, dass Du, Bettina, Schwangerschaftsabbrüche durchführst.
Ihr folgt in ehrwürdiger Reihe unseren KollegInnen Eva Waldschütz, Kristina Hänel, Nora Szàsz, Natascha Nicklaus und etlichen anderen ÄrztInnen , die von den Selbstbestimmungsgegnern, den Abtreibungsgegnern Klaus Günter Annen oder Yannic Hendricks an den Pranger gestellt wurden. Weiterlesen

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Studie: Frauen die nicht abtreiben dürfen, geht es später schlechter als Frauen, die abgetrieben haben

Fruchtblase in der 7. Schwangerschaftswoche

Eine neue neue Studie aus den USA zur Gesundheit von Frauen nach einer Abtreibung stellt fest: Frauen, die nicht abtreiben dürfen, geht es später gesundheitlich schlechter als Frauen, die abgetrieben haben.

aus brigitte.de, siehe auch stern.de

Ob und wie stark Abtreibungen bei Frauen zu gesundheitlichen und psychischen Schäden führen, darüber streiten Abtreibungsgegner und Abtreibungsbefürworter seit vielen Jahren. Eine erste Langzeitstudie aus den USA zu der Frage, wie eine Abtreibung das Leben einer Frau beeinflusst, stellt jetzt fest: Frauen, denen eine Abtreibung verwehrt wurde, ging es fünf Jahre später gesundheitlich schlechter als Frauen, die eine Abtreibung durchführen ließen.

Frauen zwei Jahre lang befragt

Für die Studie analysierten Forscher der Universität Kalifornien die Daten von 874 Frauen, die sich in den Jahren 2008 bis 2010 in verschiedenen Kliniken in den USA zu Abtreibungen informiert hatten. 711 der Teilnehmerinnen haben eine Abtreibung durchführen lassen und 163 der Frauen ein Kind bekommen, nachdem ihnen eine Abtreibung verweigert wurde.

zum Text

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14.6.: Nächster Prozess gegen Ärzt*innen

Solidaritätskundgebung am 14.6, 10.30 Uhr

Am 14. Juni um 11.30 Uhr findet am Amtsgericht Tiergarten Berlin, Turmstraße,  der Prozess gegen die Ärztinnen Bettina Gaber und Verena Weyer nach § 219a StGB statt. Verena ist mitangeklagt, weil sie eine Gemeinschaftspraxis haben, obwohl sie selbst keine Abbrüche macht.

Das ist das „Delikt“ auf der Website: Auch ein medikamentöser, narkosefreier Schwangerschaftsabbruch gehört zu den Leistungen von Frau Dr. Gaber. Weiterlesen

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Interview: Die Angst ist oft riesengroß, weil es ein Tabu ist

Screenshot Augsburger Allgemeine

Interview, 1. Juni 2019
von Veronika Lintner

Frau Hänel, Sie kämpfen vor Gericht gegen den Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches, besser bekannt als das „Werbeverbot für Abtreibung“. Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da, was das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch betrifft?

Hänel: Da ist Deutschland nicht so weit vorne, wie man vermuten würde. Das Gesetz, das es verbietet, sachliche und seriöse Informationen zu geben, ist ja einzigartig in Europa. Es gibt natürlich noch ein paar Länder mit strengeren Regelungen. Sogar das sehr katholische Irland hat inzwischen eine deutlich liberalere Gesetzgebung als Deutschland.

Abtreibungsgegner stellen sich vehement gegen Ihre Forderungen, sie machen auch im Internet mit allen Mitteln Stimmung gegen das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch. Aus diesen Kreisen wurden Sie angezeigt, weil Sie auf Ihrer Homepage vermerkt haben, dass Sie Abbrüche vornehmen. Woher kommt dieser Widerstand?

Hänel: Diese sogenannte Lebensschutzbewegung, das sind verschiedene Gruppierungen, die zusammen eine Macht ergeben. Die auch auf die Politik Einfluss nehmen und wahrscheinlich auch hinter diesen Einzelpersonen stehen, die Anzeige gegen Ärzte erstatten. Sie haben bewirkt, dass Ärzte Informationen über Abbrüche aus dem Netz genommen haben. Laut Gesetz darf praktisch jeder im Internet veröffentlichen, was er über Schwangerschaftsabbrüche denkt, nur wir Ärzte dürfen als Fachleute nicht informieren. Damit haben diese Abtreibungsgegner schon viel erreicht. Weiterlesen

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Nora Szász bei Deutschlandfunk Kultur

Nora Szász ist am 7. Juni, 9.05 Uhr beim Radionsender Deutschöandfunk Kultur auf Sendung.

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