Brief an Jens Spahn: Versorgungslage verbessern

Doctors for Choice und Pro Choice Deutschland e.V. haben folgenden Brief verfasst:

Sehr geehrter Herr Minister Spahn,

Bereits am 23.März 2020 haben wir in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit pro familia und dem AKF (s. Anhang) unsere Befürchtungen mitgeteilt, dass der Zugang zu einem gesetzeskonformen und sicheren Schwangerschaftsabbruch während der Covid-19-Pandemie zusätzlich erschwert sein wird und ungewollt Schwangere dadurch gesundheitlich gefährdet werden könnten.

pro familia als größte Beratungsorganisation im Bereich Schwangerschaftskonfliktberatung hat erneut in einer Pressemitteilung vom 7. April 2020 (s. Anhang) Ihr Ministerium wie auch das BMFSFJ aufgefordert:
„ …. den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch der Krise angepasst niedrig schwelliger zugänglich zu machen und die Versorgung in allen Regionen in Deutschland gleichermaßen sicherzustellen“

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Kristina Hänel wehrt sich mit Unterlassungsklage

von Stephan Scholz aus dem Gießener Anzeiger vom 10. Mai 2020

Eigentlich sollte Mitte April am Hamburger Landgericht eine Unterlassungsklage gegen den Betreiber der Internetseite „babycaust.de“ verhandelt werden. Eingereicht haben sie die Anwälte von Kristina Hänel. Mit ihrer Klage wehrt sich die heimische Allgemeinmedizinerin gegen die Aufmachung der Internetseite, die Besucher durch Bilder und Statements mit der Unterstellung konfrontiere, dass Abtreibung schlimmer als der Holocaust sei.

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Ausschwitz-Komitee: Unerträglich, menschenverachtend!

Ausschwitz-Birkenau, ©pixabay

Im Juli 2019 hat die Gießener Ärztin Kristina Hänel eine Unterlassungsklage gegen den Betreiber der Internetseite „Babykaust“ Hans Günter Annen eingereicht, die beim Landgericht Hamburg anhängig ist.

Das Landgericht hat jetzt den für den 17.4. anberaumten Termin wegen der Corona-Pandemie auf den 21. August diesen Jahres verschoben. Auf seiner Website „babykaust“ setzt Annen unter Benutzung eines Fotos des Eingangstores von Auschwitz Abtreibungen mit dem Holocaust gleich und stellt darüberhinaus Kristina Hänel und alle anderen Ärztinnen und Ärzte, die Abtreibungen durchführen, mit den SS- Mördern und den von ihnen in den Gaskammern von Auschwitz verübten Menschheitsverbrechen auf eine Stufe. Weiterlesen

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Süddeutsche Zeitung: „Wir müssen jetzt Frauenleben retten“


von Anna Fischhaber

Immer weniger Ärzte nehmen Schwangerschaftsabbrüche vor. Dieser Zustand wird durch die Corona-Krise verstärkt. Viele Ärzte, die Abtreibungen durchführen, gehören aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe. Schwangere könnten deshalb einen Abbruch verschieben. Doch je später eine Schwangerschaft beendet wird, desto größer ist das Risiko.

Wer eine Schwangerschaft beenden will in Deutschland, muss sich beeilen. Nur in den ersten zwölf Wochen ist ein Abbruch straffrei. Der Weg dorthin ist langwierig. Zur schwierigen Arztsuche kommen die vielen Unterlagen, die es braucht. Von der Krankenkasse, wo man vielerorts für eine Kostenübernahme persönlich vorsprechen muss. Von der Pflichtberatung, weil erwachsene Frauen in Deutschland nicht alleine die Entscheidung über eine Schwangerschaft treffen können. Das ist auch ohne Pandemie kompliziert. Nun gibt es überall Personalengpässe, nicht nur Arztpraxen, auch Beratungsstellen mussten mancherorts ihr Angebot einschränken oder sind sogar geschlossen.

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Unterlassungsklage gegen Abtreibungsgegner: Gerichtstermin über Unzulässigkeit von Holocaustvergleichen wegen Corona-Pandemie abgesetzt

Im Juli 2019 haben meine Anwälte Klage auf Unterlassung gegen Klaus Günter Annen, den Betreiber der Website „Babykaust.de“, eingereicht. Er hatte in den letzten Jahren hunderte von Strafanzeigen nach § 219a StGB gegen Ärztinnen und Ärzte gestellt, weil sie auf ihrer Website über Schwangerschaftsabbrüche informiert haben. Ich war davon ebenfalls betroffen und wurde bisher viermal von ihm angezeigt. Herr Annen agiert zudem proaktiv gegen Ärztinnen und Ärzte, die Abbrüche durchführen: Er betreibt seit Jahren einen Pranger im Internet, auf dem er alle Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten, namentlich auflistet. Weiterlesen

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Gemeinsame Erklärung der Zivilgesellschaft: Die COVID-19-Pandemie und die Krise der öffentlichen Gesundheit

Europäische Regierungen müssen sicherstellen, dass während der COVID-19-Pandemie eine sichere und rechtzeitige Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen gewährleistet ist.

Gemeinsame Erklärung der Zivilgesellschaft – 8. April 2020 Joint civil society statement – 8 April 2020

Die COVID-19-Pandemie und die Krise der öffentlichen Gesundheit stellt die Gesundheitssysteme in ganz Europa vor große Herausforderungen. Da die europäischen Länder daran arbeiten, die Pandemie zu bekämpfen, ihre Bevölkerung zu schützen und den gestiegenen Bedarf an Gesundheitspersonal und Gesundheitseinrichtungen zu decken, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit, die Menschenwürde, die körperliche und geistige Unversehrtheit sowie die reproduktive Autonomie von Frauen und Mädchen in der Region zu schützen. Weiterlesen

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Interview: Abtreibung während Pandemie »Videoberatung ermöglichen«

Interview mit der Ärztin Christiane von Rauch in „Junge Welt“ vom 27. März 2020

von Gitta Düperthal

Ärztinnen, Beraterinnen und Fachverbände sehen den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch während der Coronaviruspandemie akut gefährdet. Welche Probleme kommen auf eine Frau zu, wenn sie merkt, dass sie ungewollt schwanger ist?

Nachdem die Schwangerschaft bemerkt wurde, müssen Frauen in dieser Lage mehrere Termine außer Haus wahrnehmen. Sie müssen zur Gynäkologin, um die Schwangerschaft feststellen zu lassen, sowie zu der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Konfliktberatung. Nachdem drei Tage Wartezeit vergangen sind, folgt eine weitere Untersuchung in der Praxis oder Klinik, wo der Abbruch vorgenommen werden soll – dann erst erfolgen der Abbruch selbst sowie eine Nachuntersuchung. Zu etlichen Terminen muss die Frau also jeweils persönlich erscheinen. All dies ist nicht leicht zu realisieren, insbesondere mit den erheblichen Ausgangsbeschränkungen, die es während der Krise gibt. Frauen mit Kindern können jetzt, wo Kitas und Schulen geschlossen sind, kaum weg von zu Hause. Die Hürden sind im Fall einer ungewollten Schwangerschaft sowieso schon groß, weil es ein erhebliches Tabu in unserer Gesellschaft um das Thema Abtreibung gibt – was eine Frau in einer engen gemeinschaftlichen Wohnung mit wenig Privatsphäre vor verschärfte Bedingungen stellt.

Wie ist die aktuelle Situation in Beratungszentren, Kliniken und Arztpraxen seit dem Ausbruch der Pandemie?

Wie in anderen Arztpraxen sind dort unbedingt Vorkehrungen zu treffen, damit weder die Patientinnen noch die Mitarbeiterinnen oder die Ärztinnen und Anästhesistinnen sich infizieren. Es fehlt aber wie überall im Gesundheitswesen an Atemschutzmasken, Schutzanzügen Einweghandschuhen und Desinfektionsmittel. Die Praxen machen Schichtdienst, Mitarbeiterinnen sind im Home Office, von wo aus sie Telefonate führen, E-Mails beantworten oder ähnliches. Nehmen Sie das Beispiel der engagierten Ärztin Kristina Hänel, die ein Recht auf freien Zugang zu Informationen zum Schwangerschaftsabbruch fordert: Wenn eine Ärztin als einzige Medizinerin in der Praxis tätig ist, wie sie in ihrer in Gießen, ist die Gefahr groß: Würde sie sich infizieren, müsste ihre Praxis zwei Wochen lang wegen der Quarantäne schließen. Da dies dort weit und breit die einzige Praxis dieser Art ist, gäbe es dann niemanden mehr, der in der Region Abbrüche vornimmt.

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Hessenschau: Schwangerschaftsabbrüche in Corona-Zeiten – Ärztin Hänel: „Manche der Frauen sind suizidgefährdet“

Viele Arztpraxen überlastet, die Krankenkassen zumeist geschlossen: Die Corona-Krise verändert auch die Lage für schwangere Frauen, die einen Abbruch machen möchten. Die Gießener Ärztin Kristina Hänel spricht im Interview von einer „existentiellen Situation“ für die Betroffenen.

Mit dramatischen Worten hat die Ärzteorganisation „Doctors for Choice“ am vergangenen Wochenende davor gewarnt, ungewollt Schwangere in der aktuellen Corona-Krise zu vernachlässigen. „Leben und Gesundheit von Frauen in Gefahr“, sagten die Ärzte. Ihre Befürchtung: Durch die Krise sei der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen akut gefährdet. Und das, obwohl im Zuge der Pandemie ohnehin mit mehr ungewollten Schwangerschaften zu rechnen sei – auch durch die steigende häusliche Gewalt. Die davon betroffenen Frauen bräuchten dringend Unterstützung.

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faz: Lockerungen für Schwangerschaftsabbrüche gefordert

„Langsam begreift die Politik, dass es jetzt darum geht, Frauenleben zu schützen. Heute kommt PE zu Abbrüchen unter Corona. Schwangerschaftsabbruch ist ein Notfall, kein elektiver Eingriff! Falsche Moral ist jetzt fehl am Platze.“, schreibt Kristina Hänel am 22. März auf twitter. Die Faz berichtet über diese Pressemitteilung.

Frauenärzte und Berater haben Lockerungen für Schwangerschaftsabbrüche und Beratungsregelungen gefordert. „Aus Verantwortung für die Gesundheit und das Leben von Frauen fordern wir von Bundes- und Landesregierungen wie von den Krankenkassen, dass die Videoberatung oder telefonische Beratung ermöglicht wird“, hieß es am Montag in einem gemeinsamen Schreiben von Ärzten und Beratern. Weiterlesen

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Pressemitteilung: Schwangerschaftsabbrüche in Zeiten der Corona-Krise

Ärztinnen, Beraterinnen und Fachverbände sehen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch während Corona-Pandemie gefährdet – Leben und Gesundheit von Frauen in Gefahr!

Aktuell müssen ungewollt Schwangere drei bis vier persönliche Termine außer Haus wahrnehmen, um einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu können: Die Pflichtberatung, einen gynäkologischen Untersuchungstermin, eine Ultraschalluntersuchung, den Abbruch, eine Nachuntersuchung. Hinzu kommen 3 Tage Wartefrist zwischen Beratung und Abbruch.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen nunmehr akut gefährdet: Weiterlesen

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