Ärzte fühlen sich weiterhin diskriminiert

Am Wochenende sprengten Femen-Aktivistinnen einen Auftritt von Gesundheitsminister Spahn – um gegen die neue Regelung zum Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche zu protestieren. In dem Konflikt geht es allerdings um mehr: Ärzte fühlen sich und ihre Patientinnen kriminalisiert, andere sehen den Schutz des ungeborenen Lebens gefährdet. Kristina Hänel hat ihre Homepage nicht geändert. Nach wie vor erhalten dort Interessierte automatisiert einen Informationsflyer zu Schwangerschaftsabbrüchen. Darin steht, welche drei Abtreibungs-Möglichkeiten die Gießener Allgemeinärztin und Notfallmedizinerin in ihrer Praxis anbietet, es werden potenzielle Komplikationen und das Prozedere vor und nach dem Eingriff erläutert. Zum Text

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Medical Tribune: Kritik am 219a bricht auch nach Neufassung nicht ab

Die Reform des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche erleichtert es Abtreibungsgegnern, Ärzte zu drangsalieren. Das könnte das Angebot weiter einschränken.

Die Zahl der Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, ist in den Jahren von 2003 bis 2017 von 2000 Stellen auf 1200 zurückgegangen. Dazu tragen vermutlich auch Briefe wie dieser bei: „Ich hoffe inständig, dass jede ,Frau‘, die ihr Ungeborenes töten lässt, elendig daran krepiert“, gerichtet an Dr. Christiane Tennhardt, niedergelassene Frauenärztin in Berlin. Im folgenden Absatz wünscht die Absenderin auch der Medizinerin den Tod, weil sie Abbrüche anbietet.

Post mit Schimpftiraden und Drohungen

Nach der Neufassung des § 219a Strafgesetzbuch dürfen Ärzte künftig immerhin auf ihrer Webseite über Abbrüche informieren – aber auch nur das. „So werden Frauen weiterhin bevormundet“, kritisierten Dr. Tennhardt und weitere Referentinnen auf dem Symposium „Abschaffung des § 219a“.

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Weltbevölkerungbericht: Keine Kondome, keine Pille, keine Chance auf Schwangerschaftsabbruch

In vielen Teilen der Welt mangelt es an elementaren Frauenrechten. Die UN beklagen im Weltbevölkerungsbericht: Sexuelle Selbstbestimmung ist nicht selbstverständlich. Von Tim Kröplin

Es klingt erst einmal selbstverständlich: Eine Frau sollte selbst entscheiden können, mit wem sie schläft, mit welchem Mann sie wann Kinder bekommt und wie viele. Frauen sollten Zugang haben zu dem Verhütungsmittel, das sie nehmen möchten, und behandelt werden, wenn sie sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anstecken. Und sie sollten Zugang zu einer guten Versorgung haben, wenn sie schwanger sind. All das sind laut den Vereinten Nationen elementare Rechte von Frauen. Doch in weiten Teilen der Welt ist sexuelle Selbstbestimmung noch nicht selbstverständlich. Zum Text

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Interview: »Am liebsten hätte man mich für vogelfrei erklärt«

Wie Kristina Hänel vor die Schranken des Gerichts geriet und warum sie weiter gegen die entwürdigenden Paragrafen 218 und 219a kämpft

Von Karlen Vesper

Sie haben Ihre Vorreiterrolle angenommen, schreiben Sie in Ihrem neuen, Ihrem zweiten Buch. Sie kämpfen weiter?

Ja, ich kämpfe weiter, sowohl gegen meine Verurteilung vor dem Amtsgericht Gießen im November 2017 wie auch gegen die Ablehnung meines Berufungsersuchens vor dem Gießener Landgericht im Oktober 2018. Gegebenenfalls werde ich den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen. Denn das Recht auf Informationsfreiheit ist ein Menschenrecht. Und es darf Frauen erst recht nicht in ihren höchst eigenen Belangen vorenthalten werden. Weiterlesen

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Synopse aller Änderungen des Schwangerschaftsakonfliktgesetzes

Diese Gegenüberstellung vergleicht die jeweils alte Fassung (linke Spalte) mit der neuen Fassung (rechte Spalte) aller am 29. März 2019 durch Artikel 2 des SchIG geänderten Einzelnormen. Synopsen für andere Änderungstermine finden Sie in der Änderungshistorie des SchKG.

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Österreichischer Frauenring: Mein Körper, meine Entscheidung

Unter dem Titel „Fairändern“ übt eine Initiative mit prominenter Unterstützung abermals einen Frontalangriff auf die Fristenlösung aus, unter anderem soll die embryopathische Indikation, also die Möglichkeit von Spätabtreibungen bei schweren Behinderungen des Fötus, verboten werden.

„Die Fristenlösung ist eine der wichtigsten feministischen Errungenschaften überhaupt. Frauen wurden damit aus der Illegalität geholt, wo insbesondere jene ohne die nötigen finanziellen Mittel in Hinterhöfen oder auf dem Küchentisch ihr Leben riskierten“, sagt Klaudia Frieben, Vorsitzendes des Österreichischen Frauenrings. Zum Text

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Pro Familia: Nicht genügend Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

Pro Familia: Nicht genügend Ärzte für Schwangerschaftsabbrüche

Im Sauerland, im Münsterland, in Teilen von Westfalen und in der Eifel gibt es nach Angaben von Pro Familia so gut wie keine Ärzte, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Aber auch in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet gebe es – gemessen an der Bevölkerungszahl – nicht genug Mediziner, die Frauen behandeln können. Zum Beitrag

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