Nora Szasz/Natascha Niklaus

Auch die Ärztinnen Nora Szasz und Natascha Niklaus aus Kassel sind angezeigt worden, gegen den § 219a StGB verstoßen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, die Klageschrift ist eingegangen. Der Prozess droht. Hier sind aktuelle Meldungen zu finden, bei denen es um die beiden geht. Wir rufen ebenfalls dazu auf, für sie zu spenden. In Kürze wird es ein eigenes Spendenkonto geben.


HNA vom 9. April 2018

„Keine Frau lässt sich zum Abbruch verführen“

Interview mit Nora Szász in der HNA vom 9. April:

Auszug: Als Ärztin stelle ich nicht meine Gefühle und Gedanken in den Vordergrund. Es geht um die Patientin, die ungewollt schwanger ist und die ich begleite. Nicht ich mache den Schwangerschaftsabbruch, sondern sie. Mein Anspruch ist es dabei, dass sie möglichst unbeschadet durch diesen Prozess kommt. Meine Mutter war Krankenschwester. Sie hat in den Fünfzigerjahren etliche Frauen nach illegalen Abbrüchen sterben sehen. Diese Zeiten dürfen nicht wiederkommen. Ethische Bedenken hätte ich eher, wenn die Frauengesundheit auf dem Spiel steht, wenn Schwangerschaftsabbrüche wie jetzt in Polen verboten sind und so den Kurpfuschern das Feld überlassen wird. Das ganze Interview


Stern.de und Stern TV vom 4. April 2018

Die Ärztin Nora Szász informiert auf ihrer Website über Schwangerschaftsabbrüche. Abtreibungsgegner zeigten sie deshalb an. In den letzten Wochen wurde über den umstrittenen §219a eine bundesweite Debatte entfacht. Eine ungewollte Schwangerschaft bringt viele Frauen in eine verzweifelte Lage. Das weiß auch Sina Bormüller aus Stuttgart, die mit damals 21 Jahren plötzlich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt – trotz Verhütung. Beide waren noch am Anfang ihrer Ausbildung, hatten kaum Geld, erzählt die junge Frau. „Wir hätten wieder in die Heimat zurück ziehen müssen, zu unseren Eltern. Und wir haben uns nicht bereit gefühlt, für so einen kleinen Menschen die große Verantwortung zu übernehmen. Aber trotzdem war da so viel Liebe. Es war ein Scheiß-Gefühl.“ Zum Text und zum Video


Spiegel online vom 23. März 2018

Weil Abtreibungsgegner reihenweise Strafanzeige gegen Mediziner stellen, ist eine neue Debatte um das Thema Schwangerschaftsabbrüche entbrannt. Es geht um die Frage, ob das geltende Werbe- und Informationsverbot für Ärzte noch zeitgemäß ist. Die Kasseler Gynäkologin Nora Szasz und ihre Kollegin, mit der Szasz eine Praxis betreibt, sind jetzt angeklagt wegen Verstoßes gegen den entsprechenden §219a, Strafgesetzbuch. Sie haben auf ihrer Webseite mit einem Halbsatz darauf hingewiesen, dass sie auch Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Zum Interview 


DER SPIEGEL 11/18: Dürfen Ärzte über Abtreibungen informieren?

Es ist nur ein kleiner Halbsatz, aber er bringt der Gynäkologin Nora Szász aus Kassel eine Menge Ärger ein. Neben Krebsvorsorge und Schwangerschaftsberatung listet sie auf ihrer Homepage auch den „Schwangerschaftsabbruch“ als ambulante Behandlungsmöglichkeit auf, „operativ und medikamentös“. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat wegen dieses Hinweises Anklage gegen die Medizinerin erhoben – wegen Verstoßes gegen Paragraf 219a Strafgesetzbuch, der die „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“ verbietet. „Ich kann nicht glauben, dass wir für eine einfache Information derart kriminalisiert werden“, sagt Szász.

Hier gehts zum Text (Paywall)


Nach Anklage: Kasseler Frauenärztinnen wollen sich icht einschüchtern lassen, HNA vom 10. März

„Wir gehen davon aus, dass der Prozesstermin in den nächsten Wochen festgesetzt wird“, sagt Nora Szàsz. Deutschlandweit gebe es viele Anzeigen, aber nur wenige kämen zur Anklage wie in ihrem Fall. Szàsz und Natascha Nicklaus sind angeklagt worden, weil sie auf Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen auf ihrer Homepage veröffentlicht hatten. mehr


HNA voim 8. März: Werbung für Abtreibungen: Kasseler Ärztinnen angeklagt

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat die Staatsanwaltschaft Kassel Anklage gegen zwei Frauenärztinnen erhoben. Die Medizinerinnen sollen auf ihrer Internetseite Schwangerschaftsabbruch als medizinische Leistung angegeben haben, wie die Anklagebehörde am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte der Radiosender Hit Radio FFH über die Anklageerhebung berichtet. mehr


 

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