Tausende Menschen demonstrieren für legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche

©keartus

In über dreißig Städten Deutschlands sind am 28. September tausende Menschen für legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche auf die Straße gegangen. Sie forderten: Weg mit dern §§ 218 und 219 StGB. Weltweit gabe es Kundgebungen und Demonstrationen für die Legalisierung von Abtreibungen.

Hier die Pressemitteilung des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung:

Heute fanden unter dem Motto „Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch“ in 35 Städten im Bundesgebiet vielfältige Aktionen anlässlich des Internationalen Tags zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen statt.

Im Rahmen des weltweit begangenen Safe Abortion Day 2019 stand auch bei den Aktionen in Deutschland die internationale Solidarität und der Kampf für sexuelle Selbstbestimmung weltweit im Zentrum.

Eine der Organisator*innen zeigt sich sehr erfreut: „Es ist ein voller Erfolg, dass der Internationale Safe Abortion Day nun auch in Deutschland gesetzt ist und sich so viele Gruppen und Aktivist*innen die ganze Woche über schon beteiligt haben. Wir lassen uns unsere Selbstbestimmung von Abtreibungsgegner*innen, Konservativen und Rechten nicht nehmen! Die Paragrafen 218/219 müssen raus aus dem Strafgesetzbuch.“

In Hamburg gingen beispielsweise über 1000 Menschen bei einer Demonstration auf die Straße, in Berlin wurde das Gesundheitsministerium von einer Menschenkette umzingelt. Des weiteren gab es Demonstrationen, Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Lesungen, Social Media Aktionen, Infostände, Kundgebungen und kreative Straßenaktionen. Nach aktuellen Zählungen haben sich an der Aktionswoche etwa 7.000 Menschen beteiligt.

Es kamen Politiker*innen sowie Ärzt*innen und Aktivist*innen zu Wort, die sich für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen aussprachen und auch die aktuelle Situation durch den zuletzt geänderten § 219a kritisierten. Ebenso wurde die miserable Ausbildungssituation von angehenden Ärzt*innen angeprangert, denn Schwangerschaftsabbrüche sind kein Randphänomen, sie sind in der Mitte unserer Gesellschaft.

Bereits am vergangenen Samstag, den 21.09.2019, wurde in Berlin mit dem Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung der Startschuss für die Aktionswoche gesetzt. Unter dem Motto „Leben und Lieben ohne Bevormundung“ gingen über 1.500 Menschen auf die Straße, um sich gegen den „Marsch für das Leben“ der radikalen Abtreibungsgegner*innen zu richten, der an diesem Tag abermals durch Berlin zog.

Nach aktuellem Stand haben heute in folgenden 35 Städten vielfältige und bunte Aktionen für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen stattgefunden, so in Aachen, Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bochum, Cottbus, Dessau, Detmold, Dortmund, Dresden, Erfurt, Frankfurt a. M., Freiburg, Gießen, Göttingen, Hamburg, Hannover, Hattingen, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Münster, Oldenburg, Passau, Pforzheim, Saarbrücken, Schwäbisch-Hall, Stuttgart, Verden und Wuppertal.

Initiator*innen der bundesweiten Aktionswoche sind Einzelpersonen, Parteien und eine Vielzahl zivilgesellschaftlicher Organisationen: Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, Kritische Mediziner*innen Dresden, Aktionsbündnis ProChoice Gießen (wegmit219a), Frauenforum Göttingen, Frauenrat Hannover, Frauen*streik Frankfurt, Prochoice Aktivist*innen RheinMain, Karlsruher Frauenbündnis für das Selbstbestimmungsrecht der Frau, Streikcafé Kiel, Frauen*kollektiv Köln, Kasseler Frauenbündnis, Stimmrecht gegen Unrecht, Frauennetzwerk Städteregion Aachen, Bayerisches Aktionsbündnis “Weg mit §218” in München, ProFamilia bzw. Pia – ProFamilia in action (Rheinland-Pfalz, Bayern, Berlin, Bielefeld, Bochum, Detmold) – (Angaben werden ständig unter o.g. Links aktualisiert)

Aktuelle Fotos vom Tag sind auf Flickr zu finden (Fotonutzung auf Anfrage möglich). In den sozialen Netzwerken werden die Hashtags #28Sept, #wegmit219a, #wegmit218 sowie #keineStraftat #legalundsicher und #mybodymyhealth verwendet.

Beim letzten bundesweiten Aktionstag, am 26. Januar 2019, nahmen bundesweit in über 30 Städten etwa 6.000 Menschen an den Protesten gegen die geplanten Gesetzesänderungen der Bundesregierung teil und forderten die Streichung des § 219a StGB aus dem Strafgesetzbuch.

Den Aufruf auf Deutsch oder Englisch, Informationen zu den Aktivitäten in der Aktionswoche vom 21.09. bis 28.09. in den verschiedenen Städten finden Sie hier: https://www.sexuelle-selbstbestimmung.de/12258/aufruf-aktionswoche-2019/

Und hier ein Video von der Demo in Hamburg

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