Fake-Beratung, Fake-Name, Fake-Botschaft – Proteste gegen Evangelikale

Eigenbeitrag

Sie verteilen Baby-Flaschen und geben vor, Leben schützen zu wollen: Die evangelikale Organisation Pro Femina möchte den Eindruck erwecken, dass sie für Schwangere da ist. Mit aufwendig gestalteten Werbeplattformen und ersten Anlaufstellen will sie ungewollt Schwangere manipulativ davon abhalten, abzutreiben. Neueste Aktion ist Werbung auf Stadtbussen in Gießen. Vermutlich nicht ohne Grund: Hier hat Kristina Hänel ihre Praxis, in der sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Christiane von Rauch vom Soli-Bündnis schreibt dazu:

Seit allerneuestem wirbt die „Hilfsorganisation“ Pro Femina für ihr Beratungsangebot „Ungewollt schwanger? Hilfe für eine gute Entscheidung“ auf Bussen des öffentliche Nahverkehrs in Gießen. Pro Femina hat sich geschickt einen Namen, der täuschend ähnlich wie Profamilia klingt, ausgesucht. Die Beratung online oder in den wenigen Beratungsstellen z.B in Berlinist erwiesenermaßen nicht ergebnisoffen und es können keine Beratungsbescheinigungen (nach §218 StGB) ausgestellt werden.
Zitat aus dem unten angeführten Interview mit Kirsten Achtelik in der TAZ: „Pro Femina ist die Beratungsstruktur von 1000plus. Diese Kampagne hat wiederum eine eigene Website, auf der Pro Femina als ihr Verein aufgeführt ist. 1000plus ist im Spektrum „Lebensrecht“ eindeutig positioniert. Sie bekommen zum Beispiel Gelder von der Stiftung “ Ja zum Leben“, diese ist wiederum Teil des Bundesverbands Lebensrecht …usf.“
Finanzielle Unterstützung erhält Pro Femina in Gießen von der Freien evangelischen Gemeinde Giessen und der Evangelischen Allianz Giessen

Aus deren Website:
Motto:
„In der Diskussion um §219a wollen wir einen positiven Beitrag leisten Busse und Babyfläschchen statt Schweigen oder Verurteilen“ „Ab September bis Februar fahren 3 Busse in Gießen Werbung für Profemina. Profemina/ ein Beratungsangebot für ungewollt Schwangere. Außerdem haben sie 219 (sic!) Spardosen in Form von Babyfläschchen in Gießener Kirchen und Gemeinden der Allianz verteilt, um die „segensreiche Arbeit finanziell (zu) unterstützen“

Es ist unerträglich, daß eine bekanntermaßen dem fundamentalistisch-christlichen Spektrum zugehörige Beratungsorganisation sich erdreistet, so zu werben. Und natürlich in Gießen, wo Kristina Hänel, das Herzstück des Widerstandes gegen den Paragraf 219a ihre Praxis hat, wo Profamilia jahrelang im FPZ Schwangerschaftsabbrüche angeboten hat und wo in der ganzen Stadt Menschen für das Recht auf sexuelle und reproduktive Rechte und für die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs auf die Straße gehen, Veranstaltungen zum Thema Fundamentalismus und Schwangerschaftsabbruch etc. etc. stattfinden. Erst am 10. September fand eine Informationsveranstaltung mit Dr. Gisela Notz und Danjiel Majic zum Thema Rechtsextreme und „Lebensschützer“ statt. Eingeladen hatte der Dekanatsfrauenausschuss des Evangelischen Dekanats Gießen!

Aufgrund der sofortigen Interventionen des Pro-Choice Bündnisses Gießen haben die Stadtwerke Gießen heute bereits signalisiert, daß sie den Vertrag mit Pro Femina versuchen werden vorzeitig zu beenden. Am Montag, den 16.September wird im Hessischen Landtag von der LINKEN eine Kleine Anfrage zu Pro Femina gestellt. Die Landtagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen Katrin Schleenbecker aus Gießen ist ebenfalls involviert. Presse und Stadt Gießen sind informiert. Prochoice Bündnisse und die Bündnisse für sexuelle Selbstbestimmung bundesweit ebenfalls.

Wir müssen die ergebnisoffene Beratung, wie sie von den anerkannten Beratungsstellen wie pro familia geleistet wird, offensiv verteidigen, denn es geht um das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren.

Wir rufen alle Menschen auf, die Aktivist*innen zu unterstützen. Dieser Werbung und dieser „Beratungsorganisation“ müssen wir entgegentreten! 

Siehe auch

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