Heike Pinne: »Der Paragraph folgt denen zu Totschlag und Mord«

Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen steht noch immer auf der Agenda. Ein Gespräch mit Heike Pinne*

Um das Recht der Frauen auf Abtreibung wird wieder heftig gestritten, ungewollt Schwangere sind verunsichert, was ihre Rechte betrifft. Wie gehen Sie als Beraterin damit um?

Lange Zeit war es den meisten Frauen nicht mehr bewusst, dass der Paragraph 218 immer noch existiert. Nach den Kämpfen der Frauenbewegung in den 70er Jahren um das Recht, über den eigenen Körper selbst bestimmen zu können, hatte es 1995 einen Kompromiss gegeben: die Beratungsregelung, die maximal zwölf Wochen nach der Empfängnis den Abbruch einer Schwangerschaft ermöglicht. Nach einer abgeschlossenen Beratung und einer darauf folgenden dreitägigen Bedenkzeit ist der Abbruch straffrei möglich, wenn die Schwangere ihn verlangt. Ansonsten gilt aber nach wie vor Paragraph 218: Der Eingriff ist verboten und strafbar. Dieser Paragraph folgt im Strafgesetzbuch kurz nach anderen, die sich mit Totschlag und Mord beschäftigen.

  • Heike Pinne ist Beraterin bei »pro familia, Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung« und leitet die Beratungsstelle in Offenbach

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